Anfänger und Neueinsteiger

Anfänger und Neueinsteiger - "Aller Anfang ist schwer"??

Oft werden wir gefragt, wann das beste Einstiegsalter für das Fechten sei oder ob man - vielleicht mit Mitte 30 - schon zu alt wäre, um diesen Sport zu zu erlernen. Diese Fragen lassen sich relativ einfach beantworten: a.) siehe weiter unten und b.) MAN IST NIE ZU ALT!

Wir beim Hasper FC freuen uns über alle Neuinteressenten! Bereits fortgeschrittene Fechter, die zum ersten Mal zu uns kommen, bringen ganz einfach ihre Sachen mit zum Training und legen los. Alle Anfänger und Neueinsteiger hingegen finden hier einige Informationen, die den Start ein bisschen erleichtern und die "Schwellenangst" nehmen sollen. Wenn Sie weitere Informationen benötigen, schauen Sie bitte auch unter Probetraining nach oder wenden Sie sich bitte einfach an uns über das Kontaktformular.


1. Einstieg ins Kindertraining

Grundsätzlich kann man sagen, dass der ideale Zeitpunkt für den Beginn des gezielten Kindertrainings bei ca. 7 bis 8 Jahren liegt. Es ist aber selbstverständlich möglich, in jedem Alter mit dem Training zu beginnen.

Die moderne Trainingskonzeption für die Grundausbildung im Kindesalter sieht ein Verhältnis von allgemeinem Bewegungs- zu fechtspezifischem Training von ca. 70% zu 30% vor. Dies bedeutet, dass ungefähr ein Drittel der Zeit mit Einzellektionen und Fechttraining verbracht werden sollte. Der restliche Anteil wird unterschiedlichen Übungsformen gewidmet: Laufspiele, Übungen zur Schulung von Koordination und Stabilisierung, Reaktionsübungen auf verschiedene optische und akustische Signale, leichte Konditionsarbeit, Gymnastik, Spiele zur Förderung des Angriffs- und Verteidigungsverhaltens usw.

Wir beim Hasper FC sind bestrebt, eine umfassende und kindgerechte Grundausbildung anzubieten, die sich aus einer Vielzahl der genannten Trainingskomponenten zusammensetzt. Gerade im Kindesalter ist nämlich der übermäßige Einsatz von fechtspezifischen Elementen eher kontraproduktiv, da die einseitige Belastung, wie sie gerade beim Fechten auftritt, sonst im schlimmsten Fall zu irreversiblen Schäden an Bewegungs- und Stützapparat des Kinderkörpers führen könnte.

Während die fechterische Technikschulung im Kindesalter also nur einen vergleichsweise geringen Anteil einnimmt, wird in allergrößtem Maße eine Vielzahl von anderen Leistungskomponenten gefördert: Motorik, Reaktions- und Orientierungsfähigkeit, Rhythmus- und Gleichgewichtsschulung, Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit. Dazu kommt die Entwicklung psycho-sozialer Aspekte wie positive Stress- und Misserfolgsbewältigung, "Kampfgefühl" und Motivationstraining sowie Kompetenzschulung im Hinblick auf Höflichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Vorbildfunktion und Partnerschaftlichkeit.

Die Grundprinzipien der Ausbildung im Kindertraining sind demnach Vielseitigkeit und Ganzheitlichkeit. In einer altersgerechten Mischung aus Spielen, Übungen, Gruppen- und Einzellektionen sowie wettkampfmäßigen Gefechten setzen unsere Trainer und Übungsleiter gewissenhaft diese Prinzipien im Training um, damit eine gesundheits- und leistungsorientierte Ausbildung in entspannter und fröhlicher Atmosphäre gewährleistet ist.


2. Einstieg ins Training der Jugendlichen und Junioren

Natürlich beginnt nicht jeder Fechter im zarten Alter von acht Jahren mit dem ersten Training. (Noch vor wenigen Jahrzehnten hätte man bei so jungen Anfängern auch in der Tat mit dem Kopf geschüttelt, aber - wie oben geschildert, ändern sich die Zeiten und mit ihnen die Empfehlungen der Ausbildungskonzeption.)

Allerdings ist es so, dass sich ein Jugendlicher, der erst relativ spät mit dem Fechten beginnt, spätestens auf Turnieren mit Gegnern konfrontiert sieht, die oft schon seit Jahren dabei sind und einen dementsprechenden Trainings- und Erfahrungsvorsprung haben. Einige Enttäuschungen bleiben dabei vermutlich nicht aus, doch sollte man sich davon nicht abschrecken lassen. Es gibt auch viele Fälle von "Späteinsteigern", die trotzdem innerhalb kurzer Zeit ganz vorn in ihrer Altersklasse mitgefochten haben!

Und da es ja in erster Linie Spaß machen soll und Turniererfolge nicht das Einzige im Leben sind, sollte sich niemand darüber den Kopf zerbrechen. (Nebenbei gesagt: Bei uns muss auch niemand auf Turniere fahren, wenn er nicht will ...) Ältere Anfänger werden von Anfang an in die Trainingsarbeit der Fortgeschrittenen integriert: abwechslungsreiche und sportwissenschaftlich fundierte Aufwärm- und Konditionsarbeit besitzt auch hier einen hohen Stellenwert bei uns. Während sich dann aber die erfahreneren Fechter auf die Bahn begeben, heißt es für die Neuankömmlinge erst einmal "Nachsitzen" in puncto Beinarbeit, denn Grundstellung und Schritte wollen schließlich auch geübt sein. Nach einigen Trainingsabenden stehen dann schon die ersten Versuche mit der Waffe und erste Einzellektionen mit einem der Trainer auf dem Programm.


3. Einstieg im Erwachsenenalter

Um die Frage nach der oberen Altersgrenze gleich zu Beginn zu beantworten: NEIN, es gibt keine. Das heißt, dass man noch in jedem Alter - gleich wie biblisch es sein möge - mit dem Fechten beginnen kann. Wir haben einige Fechterinnen und Fechter unter uns, die erst mit über dreißig bzw. sogar mit über vierzig Jahren angefangen haben und selbst auf Turnieren sehr erfolgreich unterwegs sind!

Nun ja, Olympiasieger wird man dann zwar nicht mehr unbedingt. Aber Fechten ist und bleibt - auch abseits der Jagd nach Medaillen und Ehrenpokalen - ein wunderschöner und abwechslungsreicher Sport, bei dem auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommt.

Also keine Scheu: Für die ersten (Fecht-)Schritte braucht man lediglich ein Paar Turnschuhe und normale Trainingskleidung - und schon kann's losgehen. Das Training für erwachsene Neueinsteiger läuft im Prinzip ähnlich ab wie das der Jugendlichen ... vielleicht nur nicht immer ganz so schweißtreibend. Man muss also kein Konditionswunder sein, auch ganz sicher nicht schlank wie eine Gerte oder gelenkig wie ein Zirkusartist. Die körperliche Konstitution ist beim Fechten gar nicht unbedingt vorrangig; wichtig können nämlich auch andere Aspekte sein: schnelle Auffassungsgabe, taktische Raffinesse u.v.a.

Gastfechter aus anderen Vereinen sind übrigens ebenfalls immer herzlich willkommen!