Fechtkleidung

Am Anfang braucht man keine komplette Ausrüstung. Für die ersten Schritte reicht normale Sportkleidung: (lange) Trainingshose, T-Shirt und ein paar Hallenturnschuhe mit möglichst flacher (und heller) Sohle. Da es beim Training ganz schon warm werden kann, sollte unbedingt etwas zu trinken mitgebracht werden - aber bitte nicht in Glasflaschen.

Wenn man sich nach den ersten Schrittübungen und Lektionen entschlossen hat, dem Fechtsport treu zu bleiben, dann ist die Anschaffung einer eigenen Fechtausrüstung unerlässlich. Bitte sparen Sie dabei nicht am falschen Ende, denn das Fechten ist nur dann eine vergleichsweise verletzungsarme und sichere Sportart, wenn die vorgegebenen Sicherheitsvorschriften unbedingt eingehalten werden.

Zu diesem Zweck haben die F.I.E., der Weltverband der Fechter, und der Deutsche Fechter-Bund bestimmte Sicherheitsnormen erlassen, die für die einzelnen Altersgruppen in puncto Fechtkleidung gelten. Fechtausrüstungen, die diesen Vorgaben nicht entsprechen, dürfen beim Training und erst recht auf Turnieren nicht zum Einsatz kommen. Ein Fechter ohne gültige Ausrüstung darf nicht fechten - ganz einfach.

Diese Sicherheitsnormen der Kleidung werden in Newton (NW oder N) angegeben. Diese Maßeinheit benennt die Stoßfestigkeit des Materials: 800 NW besagt z.B., dass der Stoff pro Quadratzentimeter 80 Kilogramm Belastung aushalten muss. Fechtjacken, -hosen, Plastrons und Masken müssen deutlich sichtbar einen F.I.E.-Aufnäher tragen, auf dem der NW-Wert angegeben ist!

 

Ausrüstungsvorschriften des Deutschen-Fechter-Bundes für nationale Turniere und Training:

Schüler B-Jugend ab A-Jugend
Fechtanzug
(Hose, Jacke)
800N oder
350N (CE Niveau 1)
800N oder
350N (CE Niveau 1)
800N
Plastron 800N 800N 800N
Maske 1600N oder
800N oder
350N (CE Niveau 1)
1600N 1600N
Fechtmaske

 

Startet ein Fechter der B-Jugend jedoch bei einem Turnier, das für eine höhere Altersklasse ausgeschrieben ist, so müssen die Ausrüstungsvorschriften der entsprechenden höheren Klasse eingehalten werden.

Wir empfehlen stets, die Kleidung mit den höchsten Normen zu wählen. Auch wenn die Kleidung dann etwas teurer ist: Unsere Sicherheit sollte uns das wert sein!

Zusätzlich zur erwähnten Sicherheitskleidung, die es übrigens für Rechts- und für Linkshänder gibt, braucht man noch folgendes, um komplett ausgestattet zu sein:

  • Fechthandschuh für Rechts- oder Linkshänder

  • Fechtstrümpfe (weiß), die bis unter den Kniebund der Hose reichen

  • Fechtschuhe bzw. Hallenturnschuhe mit flacher, heller Sohle (sind billiger und genauso gut)

  • Brustschutz aus Kunststoff (für weibliche Fechter)

Empfehlenswert ist dabei ein Schutz in Form eines BH zum Umschnallen, denn nur damit sind auch die empfindlichen Partien an Achseln und Brustbein geschützt. Von den noch im Angebot befindlichen "Kokusnussschalen" zum Einstecken in die Jacke ist deswegen abzuraten.

Für männliche Fechter besteht keine Pflicht zum Tragen eines Plastikschutzes für das eine oder andere Körperteil. Dennoch schwören viele aus leidvoller Erfahrung zumindest auf einen Tiefschutz, der in der Fechthose getragen wird. Plastikbrustschutz für Männer gibt es zwar auch, ist aber in der Praxis eher selten.

Für die Waffen Säbel und Florett, bei denen nicht - wie beim Degen - der ganze Körper als Trefferfläche gilt, benötigt man zusätzlich eine E-Weste. Nur wenn der Stoß bzw. Hieb des Gegners auf diese Weste trifft, wird bei diesen Waffengattungen ein gültiger Treffer angezeigt. Die Elektroweste beim Florettfechten hat keine Ärmel (Trefferfläche ist nur der Torso).

Beim Säbelfechten ist die E-Jacke langärmelig. Dazu kommt noch eine Stulpe aus dem gleichen Material, die den Unterarmteil des Handschuhs kaschiert, sofern dieser nicht bereits mit einer Stulpe ausgestattet ist. Säbelfechter benutzen auch andere Masken, da im Gegensatz zum Florettfechten der Kopf Trefferfläche ist. Die Maske wird in diesem Fall mit einem Kopfkabel mit der Elektrojacke verbunden, damit ein Treffer auch angezeigt wird.

 

Anschaffung von Fechtkleidung:

Der größte Teil unserer üblichen Fechtkleidung stammt von den beiden Marktführern: Allstar (zu erkennen an den roten Aufnähern) und Uhlmann (blau). Daneben gibt es noch einige weitere Hersteller wie FWF oder Artos, die inzwischen in die Monopolstellung der großen Anbieter erfolgreich einbrechen.

Fechtkleidung gibt es nicht im normalen Sportgeschäft in der Stadt., denn dafür ist unser Sport wohl noch immer etwas zu "exotisch". Trotzdem gibt es natürlich mehrere Möglichkeiten, eine Fechtausrüstung zu erwerben:

  1. Auf vielen größeren Turnieren sind die sogenannten Ausrüster anwesend, Händler, die bestimmte Hersteller vertreten. Ob ein Ausrüster vor Ort sein wird, geht meistens schon aus der Turnierausschreibung hervor. Der Vorteil ist, dass man auf dem Turnier von den Händlern sorgfältig beraten wird und alle notwendigen Utensilien anprobieren kann, wenn man sich der richtigen Größe nicht ganz sicher ist. (Fechtkleidung fällt meistens überraschend klein aus!)

  2. Die großen Hersteller haben informative Homepages, und auch einige der Ausrüster selbst verfügen über einen Internetauftritt. Im jeweils integrierten Online-Shop kann man alles erwerben, was das Fechterherz begehrt - und was doch mal nicht passt, kann auch (natürlich ungetragen) zurück geschickt werden. Allerdings eher etwas für Fortgeschrittene, die wissen, was sie wollen, und die ihre Größen bereits kennen! Die Adressen der wichtigsten Hersteller und Ausrüster finden Sie in der Link-Sammlung.

  3. Fecht-Eltern eint oft das Problem, dass ihre Kinder viel zu schnell aus den eben noch nagelneuen Fechtsachen heraus gewachsen sind. Aus diesem Grund lohnt oft die persönliche Ansprache während des Trainings, ein Aushang in der Halle oder auch ein Hinweis hier im Gästebuch o.ä. Vielleicht lässt sich so ein gutes Geschäft oder auch ein Tausch anbahnen.

  4. Nur für Hartgesottene bietet sich noch folgendes Vabanquespiel an: Ersteigern von Fechtsachen beim weltgrößten Internetauktionshaus! Ganz im Ernst: Bei Ebay (oder auch allen anderen Auktionsplattformen) sollte man nur sein Glück versuchen, wenn man einige Erfahrung mit Ausrüstung hat. Viele der angebotenen Auktionen zum Thema "Fechten" sind absolut überalterter Schrott, der selbst beim Training nicht mehr getragen werden darf. Und oftmals sind die Preise derart hoch, dass man genauso gut gleich neue Artikel kaufen kann. Wenn man trotz allem der Versuchung nicht widerstehen kann, bitte unbedingt vor dem Zuschlag genauestens nach den Sicherheitsnormen und dem Alter erkundigen. Diese Angaben müssen auf dem F.I.E.-Aufnäher angegeben sein. Wenn der Verkäufer diese Angaben nicht machen kann - Finger weg!